In diesem Land gelten teilweise etwas andere oder strengere gesellschaftliche Regeln als in Deutschland. Zwar sieht man den „Farangs“, also den westlichen „Langnasen“, so einiges nach, weil sie eben unwissende Touristen sind, aber wer nicht gerade von Wölfen aufgezogen wurde und ein Mindestmaß an gesundem Menschenverstand besitzt, braucht hier nur wenig zu berücksichtigen um nicht überall unangenehm aufzufallen (wie bspw. viele Russen, wie uns gesagt wurde). Thais legen mehr Wert auf den äußeren Schein und auf Umgangsformen, daher kann man hier schon ordentlich punkten.
- Begrüßung: Thais begrüßen sich untereinander mit dem Wai. Dabei werden die Hände mit den Handflächen zueinander vor dem Körper gefaltet und eine leichte Verbeugung angedeutet – je höher die Hände dabei gehalten werden, desto höher ist die (vermutete) Stellung des Gegrüßten. Als Farang macht man sich mit diesem Gruß eher lächerlich und sollte es bei einem Kopfnicken belassen.
- Freundlichkeit: Nicht nur den (devisenbringenden) Touristen begegnen die Thais meist mit einem Lächeln (man sollte das also weder als devote Anbiederung noch als „ich finde Dich toll“ missverstehen) – es gehört sich einfach, sich dem Gegenüber freundlich und respektvoll leise zu zeigen. Wer laut oder ärgerlich wird, verliert sein Gesicht – hat er sich doch offensichtlich nicht unter Kontrolle. Natürlich ist die Freundlichkeit nicht wirklich echt; als Deutscher kann man sich das am besten als Höflichkeit vorstellen (ein „Sehr geehrte Damen und Herren“ ist genauso unecht).
- Apropos Höflichkeit: Wenn man als Farang ein paar elementare Brocken Thai sprechen kann (wichtiger als Ja und Nein sind dabei Guten Tag und Danke sehr), ist das schon sehr viel wert und man wird gleich besser behandelt, weil man Respekt zeigt.
- Schon als Kind haben wir gelernt, dass man nicht mit dem Finger auf andere Leute zeigt, und das handhaben die Thais auch so. Nur gehen sie etwas weiter und zeigen allgemein nicht mit dem Finger auf irgendetwas. Stattdessen wird mit der ganzen, offenen Hand gewiesen – und zwar mit der rechten! Das gibt es auch bei uns, nur nicht so ausgeprägt.
- Rechte Hand: alles Wichtige und insbesondere Interaktion mit anderen Personen wird mit rechts gemacht, weil die linke „unrein“ ist. Ähnlich wie in Indien hat das mit den Toilettenregeln zu tun: Es wird grundsätzlich kein Klopapier weggespült sondern nur die Ausscheidungen; das Papier wird nur zum Urin abtupfen benutzt und in einen Eimer entsorgt. Für die Säuberung nach dem „großen Geschäft“ gibt es einen Wasserschlauch, mit dem man sich wäscht – und dafür die linke Hand benutzt! Klar wird die hinterher ebenfalls am Waschbecken wieder gewaschen, aber so hat sie ihren Nimbus erhalten.
- Daumen hoch: Will man einem Thai anzeigen, dass etwas sehr gut ist, macht man besser das OK-Zeichen mit zusammengelegten Daumen und Zeigefinger (wie Taucher auch). In manchen Ländern bedeutet das zwar „Arschloch“, hier aber nicht: streckt man hier den Daumen nach oben, kommt das unserem Mittelfinger gleich…
- Trinkgeld: Auch in Thailand sind 10% angemessen. Manchmal, so wie in unserem ersten Hotel, steht schon auf der Speisekarte, dass zu den angezeigten Preisen noch 10% „tip“ dazukommen.
- König: Kurz: der König und die Königsfamilie ist hier annähernd ein Heiliger und außer der Ächtung durch Dein Gegenüber handelst Du Dir auch rechtlich ganz schnell fiese Strafen ein, wenn Du etwas Negatives über das Königshaus sagt. Am besten GAR NICHTS zu diesem Thema sagen, das ist sehr sensibel!